Critical Game Lab
Das Critical Game Lab ist ein innovativer Raum für experimentelle Videospiele. Inspiriert von den Ideen der Research Creation werden wissenschaftliche Theorien und kritische Analysen überführt in kreatives Schaffen, wodurch neue Ansätze für interaktive Kunst und Handwerk geschaffen werden.
Die Studierenden lernen einerseits, Videospiele zu analysieren, in kulturelle, philosophische, soziologische und mediale Kontexte zu setzen und aus ihren Betrachtungen kreative Texte und Video Essays für eine Publikation zu kuratieren. Andererseits gibt das Critical Game Lab ihnen auch die Gelegenheit, in interdisziplinären Gruppen Prototypen zu entwickeln und über eigene kreative Experimente die Grenzen des Mediums auszutesten und neu zu definieren.
Das Critical Game Lab ist außerdem inhärent partizipativ angelegt: Inspiriert von der iterativen Entwicklung von Spielen werden alle Studierenden anhand von regelmäßigen Review- und Planungstreffen beteiligt an der Gestaltung von didaktischer Struktur und Inhalten der Lehre. Somit wird die iterative, agile Form der Entwicklung aus der Industrie in die Lehre überführt und praktiziert. Ganz nach dem Sprichwort “Der Weg ist das Ziel” ist dies beispielhaft für die Philosophie dieses Projekts, denn bei allem steht der Prozess im Vordergrund. Ein Studium soll Raum für Experimente und Fehlschläge anbieten.
Während Videospiele sich in unserer Gesellschaft größter Beliebtheit erfreuen, findet die kritische Auseinandersetzung mit ihren künstlerischen Inhalten weiterhin wenig Beachtung. Mit dem Critical Game Lab nehmen wir Videospiele als kulturelles Medium und Bildungsinstrument ernst und bilden zukünftige Entwickler*innen aus, die Kunst und Handwerk des Mediums verstehen, analysieren und erweitern können. Dafür folgen wir der Philosophie der Research Creation: Um den Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Kunst und Handwerk Ausdruck zu verleihen, soll aus der Theorie künstlerischer Ausdruck formuliert werden. Dies geschieht im Critical Game Lab durch das Verfassen von experimentellen Spielkritiken und der Herstellung von innovativen Spiele-Prototypen.
Das Projektmodul “Experimentelle Videospiel-Kritik” konzentriert sich auf die intensive Auseinandersetzung mit dem “Text” verschiedener Videospiele. Kritiken von Spielen zu verfassen stellt für die Studierenden eine Einführung in die Praxis der Research Creation dar: Die Kritiken funktionieren als kreative Anwendungsfläche der Wissenschaft auf kulturelle Erzeugnisse, wodurch die Theorie zurück in die Praxis geführt wird.
Aktuell existiert an unserer Universität bereits ein Projektmodul, welches die Praxis der Spieleentwicklung in interdisziplinärer Gruppenarbeit fokussiert. Diese Basis wollen wir durch das Critical Game Lab erweitern, um Verbindungen, Überschneidungen und Gemeinsamkeiten von Kunst und Handwerk anhand von Prototypen zu untersuchen.
Videospiele sind sowohl in ihren Herstellungsprozessen als auch im Verhältnis zu den Spieler*innen von Interaktion geprägt. Davon inspiriert integriert unsere partizipatorisch gestaltete “agile Lehre” die iterativen Produktionsprozesse der Spieleindustrie in die Didaktik der Kurse. Wir sehen es als Notwendigkeit, traditionelle Lehrmethoden durch innovative, praxisorientierte Ansätze zu ergänzen. Struktur und Methoden der Lehre werden in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit den Studierenden besprochen, so dass sie selbst eingebunden werden in die Gestaltung ihrer Lehre und agile Entwicklung am praktischen Beispiel erleben. Dies bildet den Transfer der Methoden der Spieleentwicklung in die akademische Lehre ab und trägt als Pfeiler jeglicher Lehrangebote einen gewichtigen Teil der Prozess-orientierten Philosophie des Critical Game Labs.
Kontakt:
Gianluca Pandolfo
Gründer Bauhaus Gamesfabrik
gianluca.pandolfo@uni-weimar.de
https://bauhausgamesfabrik.itch.io/


